Nachbeben
Auf der überlasteten Schlaganfallstation eines Krankenhauses beginnt der Tag für die erfahrene Neurologin Alexandra wie so viele zuvor: zu wenig Personal, zu viele Entscheidungen, ein ständiger Kampf gegen die Uhr.
Alexandra arbeitet schnell, präzise, routiniert – eine Ärztin, die gelernt hat, im Ausnahmezustand zu funktionieren. Als der 18-jährige Oliver mit seiner Mutter Camilla die Station betritt, wirkt sein Zustand zunächst unspektakulär. Alexandra stuft seine Symptome als harmlos ein, eine Kollegin äußert leise Zweifel – doch in der Hektik der Station verhallen Warnungen leicht. Oliver wird nach Hause geschickt, doch nur kurze Zeit später bricht er in der Station zusammen ...
Was darauf folgt, ist ein präzise beobachteter, psychologischer Thriller: Eltern suchen Antworten, Kolleg:innen rücken ab, Hierarchien beginnen zu wanken. Und mittendrin Alexandra – konfrontiert mit der Möglichkeit eines folgenschweren Irrtums und den emotionalen Nachwirkungen eines Moments, der ihr Selbstverständnis erschüttert ...
"Nachbeben" ist das bewegende, mitreißende und mehrfach preisgekrönte Spielfilmdebüt der jungen dänischen Schauspielerin und Filmemacherin Zinnini Elkington: Ein intensiver und tief menschlicher Blick auf die Verantwortung, die Menschen in medizinischen Berufen auf sich laden müssen. Der Film beschreibt das kaum beachtete „Second-Victim-Syndrom“: Den seelischen Preis, den medizinisches Personal zahlt, wenn bei Behandlungen Fehler passieren. In konzentrierten Bildern und leisen Zwischentönen zeigt der Film ein System, das seine Menschen permanent an die Grenze ihrer Belastbarkeit führt.
An ihrer Seite brilliert die international gefeierte Trine Dyrholm in der Rolle der Camilla, Mutter eines Patienten. Dyrholm verleiht ihrer Figur mit großer Präzision und emotionaler Intensität – zwischen Hoffnung und leiser Anklage – eine eindringliche, fast körperlich spürbare Tiefe. Unterstützt werden die beiden weiblichen Hauptrollen durch ein starkes Ensemble, darunter Olaf Johannessen, Mathilde Arcel und Iman Meskini.
Trine Dyrholm
Özlem Saglanmak
Mathilde Arcel F.
Olaf Johannessen
Anders Matthesen
Zinnini Elkington
Kritiken
-
Ein Film, der hautnah den Druck und die Überforderung einfängt, denen Menschen, die im Gesundheitssystem arbeiten, ausgesetzt sind.
– Jury des Preises der Filmkritik, Filmfest Hamburg 2025 -
Dänemarks Antwort auf HELDIN: Eindringlich und schonungslos, aber mit großer Wärme für alle Betroffenen erzählt.
– BRIGITTE -
ein intensiver Film über Schuld, Zweifel und die seelische Last im Krankenhausalltag.
– NDR.de -
Dabei brillieren die Hauptdarstellerin Özlem Saglanmak und Trine Dyrholm mit ihrem intensiven, nuancierten Spiel, das die innere Zerrissenheit und Verzweiflung in jeder einzelnen Einstellung erlebbar macht.
– epd-film.de -
Der Film erfasst Menschen, die an ihre Grenzen stoßen – und begegnet ihnen mit der nötigen Empathie, die im Gesundheitswesen so oft verloren zu gehen droht.
– Kino-Zeit.de