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Innere Emigranten

Im Kino ab: 14.05.2026 Laufzeit: 93 Minuten Produktion: France, Germany (2026)
Dokumentation FSK: 12

Drei ehrenamtliche Psycholog:innen einer Moskauer Krisenhotline leisten seit Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine freiwilligen Telefondienst.

Die Auswirkungen der russischen Propaganda auf die eigene Bevölkerung werden während ihrer Arbeit besonders spürbar. Zwischen beruflicher Verantwortung und den weitreichenden Einschränkungen der Meinungsfreiheit müssen die Psycholog:innen einen Weg finden. In dem aufreibenden Balanceakt zwischen den Bedürfnissen der Hilfesuchenden und ihrer eigenen psychischen Gesundheit, wird das Risiko sichtbar - selbst zu Kompliz:innen des totalitären Systems zu werden.

Was bedeutet „Neutralität”? Wo sollten die Grenzen gezogen werden? Und wie setzen die Psycholog:innen diese Grenzen, während sie sich bemühen, ihre berufliche Integrität, persönliche Sicherheit und Psyche zu schützen? "Innere Emigranten" beobachtet das unausweichliche, schleichende Abdriften in die Komplizenschaft. Der Dokumentarfilm von Lena Karbe entstand über drei Jahre unter strengster Geheimhaltung.

Es ist ein kollektives Psychogramm der russischen Gesellschaft und eine Mahnung an die zerstörerische Kraft eines autoritären Regimes für die Zivilgesellschaft.

Regie
Lena Karbe

Kritiken

  • Am Ende bleibt vor allem eine Frage, die weit über den konkreten Kontext hinausweist: Kann es unter autoritären Bedingungen eine Neutralität geben, die nicht zugleich Teil des Problems ist? Innere Emigranten beantwortet sie nicht. Aber er macht es unmöglich, sie zu umgehen. 
    – film-rezensionen.de
  • Wie brisant Karbes Film auch in seiner Entstehung war, merkt man bis in den Abspann. Bei den Personenangaben zu den Bereichen Kamera, Tonmeister, Recherche-Beauftragte und Fahrer:innen steht statt eines Namens bezeichnend: anonym.
    – filmdienst.de
  • Gestattet hoch interessante Einsichten in die Überlebensstrategien einer Gesellschaft, deren Anpassungsdruck massiv ist. 
    – MDR Artour
  • Unterlegt mit düsteren elektronischen Klängen, entsteht ein kollektives Psychogramm der russischen Gesellschaft. Die »innere Emigration«, so der treffende Titel, skizziert eine Art seelischen Bunker. In ihn ziehen sich gefühlt alle Russen zurück, die nicht an den Mechanismen der Machtausübung partizipieren. 
    – epd-film.de